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Wende im Krieg? Dafür braucht die Ukraine dringend diese Panzer aus Deutschland


Erfolgreiche Gegenoffensive: Wende im Krieg? Dafür braucht die Ukraine dringend diese Panzer

Die Ukraine feiert im Osten und Süden ihres Landes militärische Erfolge und kann große Gebiete zurückerobern – auch mithilfe von deutschen Waffen. Schon werden Forderungen nach mehr laut. Was die Verteidiger nun für ihre Offensive brauchen.

Es ist Tag 201 im Ukraine-Krieg. Die Welt – abzüglich einschlägig bekannter Schurkenstaaten und despotisch geführter Länder – bejubelt öffentlich den Vormarsch der ukrainischen Armee im Osten ihres Landes.

„Die Befreiung von Ortschaften unter russischer Besatzung in den Gebieten Charkiw und Donezk setzt sich fort“, teilte der ukrainische Generalstab am Montag mit. Insgesamt seien mehr als 20 Ortschaften innerhalb der letzten 24 Stunden zurückerobert worden.

Und auch im Süden, in der Region Cherson, eroberten ukrainische Truppen laut einer Militärsprecherin rund 500 Quadratkilometer zurück. Ein Erfolg, der in dieser Größenordnung und Schnelligkeit selbst profundeste Kenner der Lage vor Ort überrascht.

Doch war das wirklich schon die erhoffte Wende im Krieg um die Ukraine, womöglich der Anfang vom Ende der russischen Besatzung und damit der militärischen Auseinandersetzung?

Spannend, aber gerade keine Zeit?

Als „bedeutende Etappe“ wertet Militärexperte Carlo Masala von der Bundeswehruniversität München im Ukraine-Podcast von „Stern“ und der „Audio Alliance“ die Gegenoffensive. „Ob es die Wende ist, werden wir erst in den nächsten Tagen und Wochen sehen.“

Das hänge nun maßgeblich davon ab, ob die russische Armee ihre Verteidigungslinie stabilisiert bekomme und ob sie ihre neue Position auch logistisch versorgen könne. Und freilich auch von weiteren Waffenlieferungen aus dem Westen.

Waffensysteme Himars und Gepard für die Ukraine im Einsatz

In einer Stellungnahme nannte die Ukraine neben dem Mehrfachraketenwerfer-Artilleriesystem Himars aus den USA auch den Flugabwehrpanzer Gepard als Wegbereiter für die militärischen Erfolge.

„Deutschland hat sehr viele, sehr wirksame und auch schwere Waffen geliefert, darunter der Flugabwehrpanzer Gepard“, hatte Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) ja bereits beim Besuch eines Trainings ukrainischer Soldaten an diesem Waffensystem auf dem Truppenübungsplatz Putlos in Schleswig-Holstein Ende August verkündet.

30 solcher Panzer aus Altbeständen des Rüstungskonzern Krauss-Maffei Wegmann wurden auf den Weg gebracht. Genug?

Ein nächster logischer Schritt, wenn man wolle, dass die Ukraine diesen Erfolg wiederhole, wäre die Lieferung von Schützen- und Kampfpanzern, so Masala. Aber ist Deutschland auch dazu bereit?

Die Bundesregierung beobachte die militärische Lage in der Ukraine sehr genau, machte die stellvertretende Regierungssprecherin Christiane Hoffmann am Montag in Berlin deutlich. „Und wir sehen, dass der Mut und die Entschlossenheit der Ukrainer bei der Befreiung ihres Landes offenbar dazu geführt haben, dass hier Fortschritte gemacht worden sind.“

Man sehe auch, „dass offenbar die Unterstützung, die das ukrainische Militär von den Freunden und Verbündeten, unter anderem auch von Deutschland, erhält, offenbar seine Wirkung zeigt“. Die Bundesregierung sei entschlossen, diese Unterstützung fortzusetzen, die man bisher auch mit schweren Waffen, Artillerie und Flugabwehr leiste.

Forderung nach Schützen- und Kampfpanzern

Details, wie diese Unterstützung konkret aussehen werde, nannte die stellvertretende Regierungssprecherin nicht. Am Wochenende waren etwa Forderungen nach Lieferungen von Kampfpanzern vom Typ Leopard 2 laut geworden.

Hoffmann sagte, es werde von deutscher Seite natürlich akzeptiert, wenn die Ukraine ihren Bedarf formuliere. Es stehe zudem „außer Frage, dass Deutschland die Ukraine weiterhin militärisch auf sehr effektive und wirksame Weise unterstützen wird, in enger Absprache mit den Verbündeten“.

Militärexperte Carlo Masala hält zeitnahe Exportgenehmigungen für den Schützenpanzer Marder aus Industriebeständen für möglich, „für den Leo sei mal dahingestellt“, sagte er im „stern“-Podcast.

Vor der Tapferkeit der Ukrainierinnen und Ukrainer salutieren

In der Ampelkoalition drängen vor allem Grüne und FDP auf die Lieferung schwerer Waffen. „Alle in der Regierung wissen indes, dass noch mehr möglich wäre“, erklärte Grünen-Chef Omid Nouripour in der „Augsburger Allgemeinen“.

Und der Vorsitzende der Liberalen, Christian Lindner, twitterte: „Vor der Tapferkeit der Ukrainerinnen und Ukrainer muss man salutieren. Wir müssen jeden Tag prüfen, ob wir noch mehr tun können, um ihnen in diesem Krieg beizustehen.“

SPD-Generalsekretär Kevin Kühnert sprach sich bei „n-tv“ dagegen klar gegen deutsche Panzerlieferungen für die Ukraine aus. Er erklärte, Russland könnte „irrational“ handeln und noch andere Staaten angreifen.

Russischer Botschafter: Berlin überschreitet “rote Linie”

Der russische Botschafter in Berlin, Sergej Netschajew, erhob unterdessen schwere Vorwürfe gegen Deutschland.

„Allein die Lieferung tödlicher Waffen an das ukrainische Regime, die nicht nur gegen russische Soldaten, sondern auch gegen die Zivilbevölkerung im Donbass eingesetzt werden, ist eine ‚rote Linie‘, die die deutsche Regierung (…) nicht hätte überschreiten dürfen“, sagte Netschajew in einem am Montag erschienenen Interview der russischen Tageszeitung „Iswestija“.

Aussagen, die wie Hohn klingen, leidet doch die Zivilbevölkerung vor allem unter den russischen Aggressoren. „Die Russen üben blanken Terror aus“, stellt Militärexperte Masala klar. Nur kurze Zeit nach dem Teilrückzug der russischen Armee schlugen in der Ostukraine Raketen ein.

Explosionen, Brände und ein großflächiger Stromausfall folgten. Kiew erkennt darin eine gezielte Rache Russlands. „Sie vergelten den militärischen Angriff der Ukraine mit Schlägen gegen die Zivilbevölkerung“, so Masala.

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