Politics

Ukraine-Krieg im Ticker: Russen zerstören hochmodernes Labor in Tschernobyl


Der Kriegsverlauf in der Ukraine im Ticker: Briten: Putins Truppen planen große Offensive

Vor knapp einem Monat hat der russische Angriffskrieg in der Ukraine begonnen. Die humanitäre Lage ist katastrophal. Russische Soldaten sollen jetzt ein hochmodernes Labor im AKW Tschernobyl zerstört haben. Alle Neuigkeiten zum Angriff auf die Ukraine finden Sie im Ticker.

Das Wichtigste zum Krieg in der Ukraine
11.44 Uhr: Kiew: Russische Soldaten zerstörten hochmoderndes Labor im AKW Tschernobyl

10.03 Uhr: Britischer Verteidigungsnachrichtendienst: Putins Armee plant großangelegte Offensive

07.14 Uhr: Angeblich abgefangenes Gespräch der Russen offenbart katastrophale Zustände der Armee

04.58 Uhr: Ukrainisches Militär zerstört Stellungen russischer Truppen bei Cherson zum achten Mal

02.49 Uhr: Bericht: Separatisten unterstützen russische Truppen in Mariupol


 

Moskau: Russische Raketen zerstören Waffen in Ukraine

12.07 Uhr: Russische Raketen haben nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau erneut mehrere militärische Ziele in der Ukraine angegriffen. Eine vom Meer aus abgefeuerte Rakete habe in der Region Riwne im Nordwesten der Ukraine Waffen und Militärtechnik zerstört, darunter auch Lieferungen des Westens, sagte Ministeriumssprecher Igor Konaschenkow am Mittwoch.

Der Einschlag ereignete sich demnach am Dienstag rund 14 Kilometer nordwestlich der Stadt Riwne. Dazu veröffentlichte das Ministerium ein Video von einem Raketenstart des Küstensystems „Bastion“ und den Start einer von einem Schiff abgeschossenen Flügelrakete vom Typ „Kaliber“.

In einem Industriegebiet in der Nähe von Kiew seien zwei Startkomplexe für die ukrainischen Raketen vom Typ „Totschka-U“ zerstört worden. Zudem seien ein Kampfjet vom Typ Su-24 und mehrere Kampfdrohnen abgeschossen worden, teilte der Generalmajor mit. Zu Toten machte Konaschenkow keine Angaben. Insgesamt seien innerhalb von 24 Stunden (seit Dienstag) knapp 100 militärische Objekte zerstört worden, hieß es. Die Informationen des Ministeriums waren nicht von unabhängiger Seite überprüfbar.

Russische Soldaten sollen hochmodernes Labor im AKW Tschernobyl zerstört haben

11.44 Uhr: Russische Truppen, die das Atomkraftwerk Tschernobyl besetzen, haben ein hochmodernes Labor für die Analyse radioaktiver Stoffe zerstört. Das berichtet „Kyiv Post“ unter Berufung auf Beamte der ukrainischen Regierung sowie Nachrichtenagenturen.

Laut der staatlichen Agentur für die Verwaltung von Sperrgebieten hätten Soldaten die Einrichtung mutwillig zerstört. Der Wert des Labors wird auf sechs Millionen Euro geschätzt. Zudem hätten die Truppen Laborproben entwendet, von denen einige hoch radioaktiv und gefährlich sind – sowohl für die Soldaten, die sie gestohlen haben, als auch für jeden weiteren Menschen sowie Pflanzen und Tiere, mit denen die Soldaten in Kontakt kommen.

„Das Labor enthielt hochradioaktive Proben und Proben von Radionukliden (…), die jetzt in den Händen des Feindes sind. (…) Wir hoffen, dass er sich selbst und nicht der zivilisierten Welt schaden wird“, hieß es in einem Statement der Regierung.

Gesetz verabschiedet: Russische Soldaten erhalten nach Einsatz in Ukraine Veteranenstatus

10.56 Uhr: In der Ukraine kämpfende russische Soldaten sollen später den Status eines Veteranen erhalten. Ein entsprechendes Gesetz, das die Kremlpartei Geeintes Russland eingebracht hatte, wurde am Mittwoch im Parlament verabschiedet. Veteranen stehen etwa monatliche Zahlungen, Steuervorteile, bessere medizinische Versorgung und kostenlose oder vergünstigte Fahrten in öffentlichen Verkehrsmitteln zu. Dafür sollen alleine für das laufende Jahr mehr als fünf Milliarden Rubel (rund 44 Millionen Euro) vorgesehen sein. Russland nennt den seit knapp vier Wochen andauernden Krieg in der Ukraine eine „militärische Spezial-Operation“.

Kiew: Neun Fluchtkorridore aus umkämpften Städten am Mittwoch geplant

10.21 Uhr: Für die Rettung der Zivilbevölkerung aus umkämpften Städten und Dörfern in der Ukraine sind am Mittwoch nach Angaben aus Kiew insgesamt neun Fluchtkorridore vorgesehen. So soll die Evakuierung der belagerten Hafenstadt Mariupol fortgesetzt werden, wie Vizeregierungschefin Iryna Wereschtschuk in einer Videobotschaft sagte. Für die Fahrt in die südukrainische Großstadt Saporischschja stünden rund zwei Dutzend Busse bereit. Nach russischen Angaben halten sich in Mariupol am Asowschen Meer noch 100.000 bis 150.000 Menschen auf. Dort herrschen katastrophale Bedingungen, es gibt kaum Essen, Wasser und Strom.

Auch aus den Orten Polohy und Huljajpole sind Fluchtkorridore nach Saporischschja geplant. Nordöstlich der Hauptstadt Kiew sind drei Routen vorgesehen: Aus Welyka Dymerka, dem benachbarten Bohdaniwka und Switylnja sollen Menschen in die Kiewer Vorstadt Browary gebracht werden, aus Borodjanka nordwestlich der Hauptstadt ist eine Evakuierung ins südlich gelegene Bila Zerkwa geplant. Schließlich soll es zwei Fluchtkorridore im ostukrainischen Gebiet Luhansk geben, von Rubischne sowie Nyschnje jeweils nach Bachmut.

Die Evakuierungsrouten geben Beobachtern Hinweise auf den Frontverlauf sowie die Schwerpunkte der Kämpfe. Russland und die Ukraine werfen sich gegenseitig vor, diese Korridore zu beschießen und Zivilisten an der Flucht zu hindern.


Britischer Verteidigungsnachrichtendienst: Putins Armee plant großangelegte Offensive

10.03 Uhr: Der britische Verteidigungsnachrichtendienst hat das tagesaktuelle Update zur Kriegslage in der Ukraine veröffentlicht. Demnach hat es auf dem Schlachtfeld in der Nordukraine größtenteils keine Veränderungen gegeben. Vermutlich führen russische Streitkräfte aktuell eine Reorganisation durch, um später großangelegte Offensiven zu starten.

Weiterhin versucht das russische Militär, ukrainische Streitkräfte im Osten des Landes einzuschließen, während es im Norden aus Charkiw und im Süden aus Mariupol vordringt. Zudem zielen russische Streitkräfte darauf ab, Mykolaiw zu umzingeln, während sie in westlicher Richtung auf Odessa Kurs nehmen.

Große Spenden-Aktion

Um den Schwächsten dieser europäischen Katastrophe zu helfen, hat sich FOCUS Online im Rahmen der hauseigenen Bildungsinitiative “Sprungkraft“ mit der Tribute-to-Bambi-Stiftung und dem Deutschen Kinderhilfswerk zusammengetan.

Gemeinsam wollen wir uns in dieser langfristigen Kooperation darum kümmern, dass die Kinder und Jugendlichen aus der Ukraine bestmöglich in Deutschland ankommen und leben können – und Sie können helfen!

Putin-Beauftragter: Russland will Mariupol für sichere Landverbindung zur Krim

09.46 Uhr: Mit einer Eroberung der ukrainischen Hafenstadt Mariupol will Russland nach eigenen Angaben eine sichere Landverbindung auf die annektierte Schwarzmeer-Halbinsel Krim schaffen. Sobald das russische Militär die wichtige Fernstraße M14 unter Kontrolle habe, sei die Krim wieder zuverlässig über einen Transportkorridor mit den ostukrainischen Separatistengebieten Donzek und Luhansk verbunden, sagte der stellvertretende Beauftragte von Präsident Wladimir Putin für den Föderationskreis Südrussland, Kirill Stepanow, am Mittwoch der Staatsagentur Ria Nowosti.

 

Die M14 führt vom südwestukrainischen Odessa, das bereits Ziel russischer Angriffe war, über das umkämpfte Mykolajiw und das von russischen Truppen besetzte Cherson nach Mariupol und von dort über die russische Grenze in die Großstadt Rostow am Don. Die Ukraine hatte nach der russischen Annexion der Krim 2014 die Eisenbahnlinien auf die Halbinsel geschlossen.

„Wir sind zuversichtlich, dass alle Transport- und Eisenbahnlinien zwischen der Krim und dem von Nationalisten befreiten Gebiet Cherson in naher Zukunft vollständig wiederhergestellt sein werden“, sagte Stepanow.

Generalstab in Kiew: Ukrainische Truppen halten Stellung

08.30 Uhr: Die ukrainischen Streitkräfte halten nach Angaben ihres Generalstabs die Stellung trotz fortdauernder russischer Luftangriffe. Der Vormarsch des Gegners werde an mehreren Fronten gestoppt, zum Beispiel bei Slowjansk im Gebiet Donezk im Südosten, teilte der Generalstab in Kiew am Mittwochmorgen mit. Auch Mykolajiw im Süden werde verteidigt, ebenso Tschernihiw im Nordosten.

Zur Lage in der seit Wochen besonders heftig umkämpften Stadt Mariupol teilte die Militärführung lediglich mit, die ukrainischen Kräfte verteidigten sich gegen Angriffe aus allen Richtungen. Die Berichte aus der Kampfzone waren zunächst nicht unabhängig überprüfbar.

Das russische Verteidigungsministerium in Moskau teilte mit, Kampfhubschrauber vom Typ Ka-52 hätten ein ukrainisches Munitionslager zerstört. Ein Ort wurde nicht genannt. Die ukrainische Seite hatte zuvor von Angriffen dieser Hubschrauber im Raum Charkiw im Osten des Landes berichtet.

Russische Bomber zerstören Fluchtweg aus Tschernihiw – Ukraine wirft Russland „Geiselnahme“ vor

08.00 Uhr: Ein russischer Bomber hat eine Brücke über dem Fluss Desna zerstört, die Tschernihiw mit dem Rest der Ukraine verbindet. Die Überführung galt als Evakuierungsweg für Tausende Menschen aus Tschernihiw. Nun bietet Moskau nach Angaben der „BBC Ukraine“-Journalistin Myroslava Petsa an, die Einwohner direkt nach Russland zu evakuieren. Die Ukraine sehe dies als massive Geiselnahme an.



Angeblich abgefangenes Gespräch der Russen offenbart katastrophale Zustände der Armee

07.14 Uhr: In einem angeblich abgefangenen Telefongespräch hat ein russischer Offizier seinen Vorgesetzten in Russland von der ausweglosen militärischen und medizinischen Lage einiger Truppen berichtet. Wichtig dabei: Überprüfen lässt sich die Authentizität des Gesprächs zum jetzigen Zeitpunkt nicht. Die „Spezialoperation“ sei ein „Irrenhaus“, sagte der bei Mykolaiw stationierte Militär. Auch die Aufforderung, keine Gebäude zu zerstören, sei „Wahnsinn“. „Solange wir nicht alles zerstören und zusammen mit den Zivilisten in Schmutz verwandeln, kann nichts passieren“, erklärte der Offizier. Einmal hätte ein russisches Flugzeug sogar aus Versehen eine Bombe auf eine russische Position fallen lassen.

Das russische Fernsehen würde zwar berichten, dass sich die Truppen vorwärtsbewegen. „Aber wir fahren einfach durch, ohne die Dörfer zu klären. Und jetzt müssen wir uns auf allen Seiten verteidigen, weil sie uns von überall angreifen“, sagte er. Scheinbar hätte das Land gedacht, dass die „Spezialoperation“ eine Paradefahrt werden würden.


Noch am vierten Tag des Krieges hätte ein Kommandant den Truppen mitgeteilt, dass der militärische Konflikt in wenigen Stunden vorbei sei. Jetzt hätten einige Truppen nicht einmal mehr Körperpanzerung. Als sich ein Soldat darüber beschwerte, hätte ihm der Kommandant gesagt: „Sei stark, mein Sohn.“

Zudem sei die medizinische Versorgung eine Katastrophe. Die Ärzte verfügten nur über Bandagen und könnten nichts gegen die Erfrierungen tun, an denen 50 Prozent der Soldaten litten. Es gebe keine heiße Öfen, zum Schlafen müssten sich die Streitkräfte Gräben ausheben, da nicht genügend Zelte vorhanden seien. „Das ist schlimmer als Tschetschenien“, sagt der Militär.

Großes Feuer in Trostjanets kann nicht gelöscht werden – Appell an Einwohner

06.43 Uhr: In Trostjanets in der Region Sumy kann ein großes Feuer wegen des Beschusses und der Straßenkämpfe nicht gelöscht werden. Das sagt der Leiter der regionalen Verwaltung, Dmitri Zhivitsky, laut „Nexta“. Er ruft die Einwohner der Stadt deswegen dazu auf, die Fenster zu schließen und in ihren Unterkünften zu bleiben.


 

Ukrainisches Militär zerstört Stellungen russischer Truppen bei Cherson zum achten Mal

04.58 Uhr: Das ukrainische Militär hat die Stellungen Russlands nahe Cherson erneut zerstört. Das sei Berichten des ukrainischen Internet-Fernsehsenders „Hromadske“ zufolge bereits zum achten Mal passiert, diesmal bei Chornobayivka im Oblast Cherson.


 

Seit der vorübergehenden Besetzung Chersons zerstören ukrainische Truppen in dieser Region wiederholt Stellungen der russischen Invasionsarmee. Dennoch sollen Putins Truppen immer wieder Ausrüstung an denselben Ort bringen.


Bericht: Separatisten unterstützen russische Truppen in Mariupol

02.49 Uhr: Satellitenbilder zeigen zahlreiche Brände in der seit Wochen belagerten Hafenstadt Mariupol in der Ostukraine. Diese seien durch die Angriffe Russlands entstanden. Ein hochrangiger Beamter des US-Verteidigungsministeriums sagte, dass Russlands Truppen jetzt in der Stadt seien. Dort würden sie zudem von separatistischen Kräften aus dem Donbass unterstützt.


 

 

Weitere Meldungen zum Ukraine-Konflikt lesen Sie auf den nächsten Seiten.

Surftipp:

Putin greift Ukraine an: Hintergrundinfos zum Krieg

Ukraine-Botschafter Melnyk sorgt mit rechten Äußerungen für Aufruhr

 

lho/jr/ufe/bhi/luk/mpl/ja





Source link

Leave a Reply

Your email address will not be published.