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Ukraine-Krieg im Ticker: Kiew sieht „dritte Phase“ des Kriegs


Der Kriegsverlauf in der Ukraine im Ticker: Kiew sieht „dritte Phase“ des Kriegs

Russische Raketen haben eine Raffinerie in Krementschuk getroffen. Ukrainische Soldaten zerstören eine Sprengfalle in einem Klavier in Butscha. Und Putin hat offenbar mehrere Top-Generäle gefeuert oder verhaftet. Alle Neuigkeiten zum Angriff auf die Ukraine finden Sie hier im Ticker.

Das Wichtigste zum Krieg in der Ukraine
09.55 Uhr: Mariupol: Asow-Stahlwerk weiter unter Beschuss – trotz Verhandlungen

05.01 Uhr: Ukrainischer Militärgeheimdienst: Krieg zu Jahresende vorbei

17.43 Uhr: Satellitenbilder zeigen die russischen Verluste auf der Schlangeninsel


 

Mariupol: Asow-Stahlwerk weiter unter Beschuss – trotz Verhandlungen

09.55 Uhr: Russland hat nach ukrainischen Angaben unabhängig vom Ringen um eine Verhandlungslösung für die Kämpfer im Asow-Stahlwerk in Mariupol erneut die Industriezone beschossen. Es gebe Angriffe aus der Luft und am Boden, teilte der Mariupoler Stadtratsabgeordnete Petro Andrjuschtschenko am Samstag im Nachrichtkanal Telegram mit. “Die Grausamkeit des Feindes nimmt zu”, meinte er. Es würden nicht nur die Verteidiger von Mariupol selbst angegriffen, sondern auch ihre Familien.

“Gestern haben die Besatzer in den sozialen Netzwerken die persönlichen Kontakte (Telefon, Profile) der Ehepartner ausfindig gemacht”, sagte Andrjuschtschenko. Er veröffentliche bei Telegram auch ein Video, das Luftaufnahmen des Stahlwerks unter russischem Beschuss zeigen soll. Darauf sind auch schwere Explosionen zu sehen. Woher und von wann die Aufnahmen stammen, konnte zunächst nicht von unabhängiger Seite überprüft werden.


 

Kiew sieht “dritte Phase” des Kriegs

06.46 Uhr: Die ukrainische Führung sieht den Beginn der “dritten Phase” des
russischen Angriffskriegs und eines damit verbundenen langwierigen
Kampfes. “Phase eins” sei der Versuch gewesen, die Ukraine “in
wenigen Tagen” zu überrollen, sagte Viktor Andrusyw, Berater im
ukrainischen Innenministerium, in der Nacht zum Samstag im
Fernsehen. In der zweiten Phase sollten die ukrainischen
Streitkräfte in mehreren Kesseln eingekreist und zerschlagen
werden. “Und auch das haben sie nicht geschafft.”

In der neuen
“dritten Phase” bereiteten die russischen Militärs die Verteidigung
der bisher erreichten Geländegewinne vor. “Das zeigt, dass sie
einen langen Krieg daraus machen wollen”, sagte Andrusyw. Offenbar
denke die russische Regierung, dass sie so den Westen an den
Verhandlungstisch und damit die Ukraine zum Einlenken zwingen
könne.


 

Ukrainischer Militärgeheimdienst: Krieg zu Jahresende vorbei

Samstag, 14. Mai, , 05.01 Uhr: In einer überaus optimistisch klingenden Prognose sieht der Chef des ukrainischen Militärgeheimdienstes ein Ende des Kriegs mit einer russischen Niederlage bis Jahresende voraus. Spätestens Mitte August komme es zu einer Wende an den Fronten, sagte Generalmajor Kyrylo Budanow dem britischen Sender Sky News am Freitagabend. “Der Wendepunkt kommt in der zweiten Augusthälfte.” Bis zum Jahresende werde die Ukraine wieder die Kontrolle über alle ihre Gebiete zurückerlangen, auch über die Halbinsel Krim.

Der Geheimdienstler sprach den russischen Streitkräften die oft nachgesagte Stärke ab. “Das ist ein Mythos.” Sie seien nicht stark. “Es ist nur eine Horde von Menschen mit Waffen”, sagte er über die russische Armee.

Budanow erwartete zudem große Änderungen im Kreml. Seiner Ansicht nach sei ein Putsch gegen den russischen Präsidenten Wladimir Putin bereits im Gang. “Sie bewegen sich darauf zu, nichts wird sie stoppen.” Zudem sei Putin schwer an Krebs erkrankt, behauptete er. Beweise für seine Behauptungen legte er nicht vor.


Satellitenbilder zeigen die russischen Verluste auf der Schlangeninsel

17.43 Uhr: Seit Kriegsbeginn toben heftige Kämpfe um die Schlangeninsel. Die Ukraine meldete von dort immer wieder Abschüsse von Schiffen oder etwa Transporthubschraubern. Ein Satellitenbild zeigt nun, welche Verluste Russland beim Kampf um die strategisch wichtige Insel zu beklagen hat.

Rechts oben auf dem Satellitenbild sieht man die Stelle, an der ein Landungshubschrauber der russischen Armee beim Entladen von Soldaten abgeschossen und zerstört wurde.

Links sieht man ein Landungsboot der Russen, das die Ukraine nach eigenen Angaben abgeschossen und versenkt hat.

Die Ukraine hatte zudem Raptorboote der russischen Armee vor der Schlangeninsel versenkt, diese sind auf dem Satellitenbild allerdings nicht zu sehen. Das Video dazu sehen Sie hier.

Spektakulär – so wird es in Kiew empfunden – meldete sich die ukrainische Luftwaffe im Kampf um die Schlangeninsel zurück. Anscheinend gelang es den Ukrainern zuerst, die russische Flugabwehr auf der Insel mit Drohnen zu zerstören und dann auch noch mit eigenen Erdkampfflugzeugen zu bombardieren. Das russische Militär will vier Kampfflugzeuge und zehn Hubschrauber abgeschossen haben.

Wie es der Ukraine gelang, trotz Unterlegenheit den Russen derartige Verluste zuzufügen, sehen Sie

Ukraine-Luftwaffe schaltet Putins Flieger aus – obwohl sie haushoch unterlegen ist

 

Tote und Verletzte in ostukrainischen Gebieten Charkiw und Luhansk

13.34 Uhr: In den ostukrainischen Gebieten Charkiw und Luhansk sind Behördenangaben zufolge mehrere Menschen infolge von Kämpfen getötet worden. Im Charkiwer Gebiet wurden Angaben des Zivilschutzes vom Freitag zufolge nach der Löschung eines Hallenbrandes drei Männer tot aufgefunden. Fünf weitere seien verletzt worden. In die Halle in der Ortschaft Schebelynka im Kreis Isjum war am Vortag ein Geschoss eingeschlagen und hatte den Brand ausgelöst.

 

Im benachbarten Luhansker Gebiet informierte der Militärgouverneur Serhij Hajdaj über zwei durch russischen Beschuss getötete Zivilisten aus Lyssytschansk und Solote. Am nördlichen Rand von Sjewjerodonezk sei dabei zum zweiten Mal seit 2014 eine Brücke über den Fluss Borowa zerstört worden. Hajdajs Aussagen zufolge wurden in den umkämpften Teilen des Luhansker Gebiets fast 60 weitere Häuser zerstört.

Kriegsverletzte Ukrainer nach Deutschland geflogen

13.15 Uhr: Rheinland-Pfalz hat sechs Kriegsverletzte aus der Ukraine aufgenommen. Sie wurden mit Fahrzeugen des Rettungsdienstes vom Flughafen Frankfurt in Krankenhäuser in den Versorgungsregionen Koblenz-Mittelrhein, Rheinhessen-Nahe, Rheinpfalz und Westpfalz verlegt, wie das Innenministerium am Freitag mitteilte. Die Bundeswehr hatte am Donnerstag mit einem weiteren Evakuierungsflug mehr als 20 kriegsverletzte Ukrainer aus Polen nach Deutschland gebracht. Das Spezialflugzeug war am Frankfurter Flughafen gelandet.

Bericht: Russland startet erneute Bodenoffensive auf Asowstahlwerk

08.58 Uhr: Wie der “Kyiv Independent” berichtet, hat Russland eine erneute Bodenoffensive im umkämpften Asowstahlwerk begonnen. Russische Truppen versuchten, in das Gebäude einzudringen, so der Berater des Mariupoler Bürgermeisters, Peter Andryushchenko. “Unter Beschuss versuchen die Besatzer, vom Boden aus in das Innere der Anlage vorzudringen. Die Situation wird von Tag zu Tag schwieriger”, schrieb Andryushchenko auf Telegram und veröffentlichte ein Foto, das den Angriff zeigen soll.

Auch der ukrainische Generalstaab berichtete von fortwährendem Beschuss der Anlage.


 

Ukraine zerstört russisches Landungsschiff vor Schlangeninsel

06.48 Uhr: Die Ukraine hat nach eigenen Angaben ein russisches Versorgungsschiff der Serna-Klasse vor der Schlangeninsel zerstört. Satellitenbilder des US-Unternehmens “Maxar” zeigen das beschädigte Landungsschiff unweit der Schlangeninsel nahe der ukrainischen Seegrenze zu Rumänien, wie die Agentur Reuters berichtet. Ein Sprecher der ukrainischen Streitkräfte für den Militärbezirk Odessa hatte bereits mitgeteilt, dass das russische Schiff “Wsewolod Bobrow” von ukrainischen Streitkräften getroffen und in Brand gesetzt worden sei. Die Angaben konnten zunächst nicht von unabhängiger Seite bestätigt werden.



Ukrainische Drohnen sollen zudem russische Luftabwehr-Einrichtungen auf der Insel zerstört haben. So seien Gebäude und Fahrzeuge getroffen und zerstört worden.

Sprengfalle in Klavier in Butscha entdeckt

Freitag, 13. Mai 2022, 05.43 Uhr: Mit viel Glück hat ein zehnjähriges Mädchen im Kiewer Vorort Butscha nach Medienberichten eine tödliche Hinterlassenschaft russischer Besatzungstruppen überlebt. Eine in ihrem Klavier versteckte Gewehrgranate habe “wie durch ein Wunder nicht funktioniert”, berichtete Anton Geraschtschenko, Berater im ukrainischen Innenministerium, am Donnerstagabend. Die russischen Besatzer hätten die Granate im Hammerwerk des Klaviers in einer Wohnung versteckt. Als die Familie nach dem Abzug der Russen aus Butscha zurückkehrte, wurde der tödliche Sprengsatz entdeckt. “Dank der Aufmerksamkeit der Mutter ist niemand zu Schaden gekommen, die Granate wurde von Spezialisten entschärft.”

Butscha war Schauplatz einer Serie von Gräueltaten, die den russischen Truppen zugeschrieben werden. Dutzende Bewohner waren dort getötet worden, vielen Leichen waren noch die Hände auf den Rücken gefesselt.

Minen und versteckte Sprengsätze werden häufig eingesetzt, um den Rückzug eigener Truppen abzusichern und ein schnelles Nachrücken des Gegners zu unterbinden

Russische Raketen treffen Raffinerie in Krementschuk

23.05 Uhr: Die Industriestadt Krementschuk in der Zentralukraine ist nach ukrainischen Angaben am Donnerstag von einer Serie russischer Raketen getroffen worden. Beim bisher größten Angriff auf die Stadt seit Kriegsbeginn vor zweieinhalb Monaten sei auch eine Raffinerie beschädigt worden, sagte der regionale Militärchef Dmitrij Lunin nach Angaben der Agentur Unian. “Dort brennt es, Rettungsdienste sind im Einsatz.” Menschen seien nicht zu Schaden gekommen. Insgesamt habe das russische Militär zwölf Raketen unbekannten Typs abgefeuert.

Ukraine meldet Beschuss eines russischen Schiffs

19.38 Uhr: Die Ukraine hat nach eigenen Angaben ein russisches Schiff beschossen und beschädigt. Ein Sprecher des Militärs in Odessa sagte via Telegram, das Logistikschiff Vsevolod Bobrov sei nahe der Schlangeninsel in Brand gesetzt worden. Unabhängig bestätigt ist das nicht.

Wie es Ukraine gelang, Putin-Bataillon fatalen Schlag zu versetzen

18.20 Uhr: Der schwere Artillerieschlag gegen ein russisches Panzer-Bataillon am Fluss Donez in der Ost-Ukraine ist der urkainischen Armee offenbar gelungen, weil Aufklärungsdrohnen Putins Truppe entdeckt hatten. Angaben zu Opferzahlen lassen sich bislang nicht unabhängig überprüfen. Ein ukrainischer Offizier hatte von 1500 Toten gesprochen. US-Medien hingegen sprechen von einer Einheit mit etwa 1000 Mann, ohne Opferzahlen zu nennen. Wie der Ukraine das gelang, lesen Sie hier.

Putin soll Top-General gefeuert haben

17.06 Uhr: Der Stabschef der russischen Armee, Walery Gerasimow, soll bei Putin in Ungnade gefallen und unehrenhaft entlassen worden sein. Das sagte der Militär-Berater von Ukraines Präsident Selenskyj, Oleksiy Arestowych, in einem Youtube-Interview mit einem russischen Dissidenten und Anwalt.

“Vorläufigen Informationen zufolge ist Gerasimov de facto suspendiert worden. Sie entscheiden, ob sie ihm Zeit geben, die Dinge in Ordnung zu bringen, oder nicht”, sagte Arestowych.

Auch ein zweiter Top-General soll von Putin gefeuert worden sein, so Arestowych weiter: “Der Kommandeur der ersten Panzerarmee des westlichen Militärbezirks, Generalleutnant Sergej Kisel, wurde ebenfalls verhaftet und entlassen, nachdem die erste Panzerarmee in der Nähe von Charkiw besiegt wurde.

Gerasimow war am Montag nicht zur Parade zum Tag des Sieges in Moskau erschienen, zu der er allgemein erwartet worden war.

UN: Allein bei Kiew über 1000 Leichen von Zivilisten geborgen

16.50 Uhr: UN-Menschenrechtskommissarin Michelle Bachelet hat „eklatante Menschenrechtsverletzungen“ in ehemals russisch kontrollieren Gebieten der Ukraine angeprangert. Allein in der Region Kiew seien mehr als 1000 Leichen von Zivilisten geborgen worden, sagte sie am Donnerstag bei einer Sondersitzung des UN-Menschenrechtsrats in Genf. Es gebe ungesetzliche Tötungen und augenscheinliche Massenhinrichtungen in „schockierendem“ Ausmaß.

Ihrem Büro lägen Informationen über 300 solcher Tötungen vor, sagte Bachelet. Sie rechne mit steigenden Zahlen, da weitere Hinweise hinzukämen. Menschen, die Wasser oder Lebensmittel holen oder fliehen wollten, seien offenbar von Scharfschützen und Soldaten erschossen worden. Bachelet berichtete von Vergewaltigungen in Gebieten, die unter der Kontrolle russischer Streitkräfte standen. Ein Dutzend Fälle landesweit sei bestätigt. Viele Opfer, ungeachtet ihres Geschlechts, scheuten sich aus Angst und Scham auszusagen.

Der Großteil getöteter und verletzter Zivilisten in dem Konflikt gehe auf das Konto des Einsatzes von schwerer Artillerie, Raketen und Luftangriffen in Wohngebieten, sagte Bachelet. Wenngleich beide Kriegsparteien solche Vorfälle zu verantworten hätten, seien die meisten Opfer der russischen Armee und verbündeten bewaffneten Gruppen zuzuschreiben.

Russische Sim-Karten loggen sich in Ukraine ein

13.02 Uhr: Zahlreiche russische Sim-Karten sind derzeit in der Ukraine eingeloggt und senden von dort ihren Standort. Damit sind sie ein leichtes Ziel für die ukrainische Armee. Darauf weist der Wissenschaftler Dr. Mike Martin hin.


Sollten die Handys von russischen Soldaten stammen (was angesichts der Verteilung in der Ostukraine nicht unwahrscheinlich ist), sei die Sorglosigkeit „schockierend schlecht“ für eine moderne Armee, so der Kriegsforscher weiter.

Weitere Meldungen zum Ukraine-Konflikt lesen Sie auf den nächsten Seiten.

Ex-Söldner verrät, wie es in Putins „Gruppe Wagner“ zugeht

 

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