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U19 will gegen Hertha eine herausragende Saison krönen



Die Reise geht am Wochenende wieder nach Berlin, diesmal nicht weiter nach Potsdam, sondern nach Charlottenburg in den Olympiapark: Borussia Dortmunds U19 strebt Sonntag (Anstoß 13 Uhr, live bei Sky) gegen Hertha BSC im Stadion auf dem Wurfplatz im Finale um die Deutsche A-Juniorenmeisterschaft die erfolgreiche Titelverteidigung an. „Das ist unser Ziel. Wir wollen unsere außergewöhnliche Saison mit diesem Titel krönen“, sagt Cheftrainer Mike Tullberg. 

Die 1:3-Niederlage im DFB-Pokalfinale gegen den VfB Stuttgart haben sie gemeinsam bis ins letzte Detail analysiert. „Unser Problem waren die 20 bis 25 Minuten nach dem 0:1. Da hatten wir zu viele Einzelaktionen und sind nicht als Einheit aufgetreten. Dabei war und ist das Teamwork unsere große Stärke“, blickt Mike Tullberg kritisch zurück und fügt aufbauend hinzu: „Ich habe die Mannschaft für ihren Auftritt in der zweiten Halbzeit gelobt. Wir hatten da mehr Chancen als beim 5:1 im Meisterschafts-Halbfinale gegen Schalke, aber wir haben sie nicht genutzt. Trotzdem bin ich überzeugt, dass wir ohne den unberechtigten Elfmeter noch die Verlängerung erreicht hätten. Aber auch das gehört zum Fußball, und aus dieser Niederlage sollten wir lernen.“

Die beeindruckende Erfolgsserie auf nationaler Ebene und die überragenden Darbietungen in der UEFA Youth League hatten die Schwarzgelben als vermeintliche deutsche „Über-Mannschaft“ in die Favoritenrolle gehievt. Dem BVB wurde zugetraut, als erstes Team das historische Double zu gewinnen, den DFB-Pokal und die Deutsche Meisterschaft. Nahmen sie bis dahin locker und gelöst alle Herausforderungen an, so spürten die Jungs vor dem Finalspiel in Potsdam erstmals den aus dem hohen Erwartungsdruck resultierenden psychologischen Druck. Das führte dazu, dass sich einige Spieler besonders in die Verantwortung genommen fühlten und letztlich verkrampften.

Mike Tullberg schließt daraus: „Wir müssen akzeptieren, dass wir nicht jeden Gegner über 90 Minuten beherrschen können. Das wird uns auch gegen Hertha BSC nicht gelingen, und darauf werden wir uns einstellen.“ Die Berliner, Deutscher Meister 2018, qualifizierten sich als Meister der Bundesliga Nord/Nordost für die Endrunde. Der Staffelsieger kam auf 44 Punkte, schoss die meisten Tore (46) und kassierte lediglich zwei Niederlagen. Im Halbfinale setzte sich die Hertha recht souverän gegen Südmeister FC Augsburg durch. Dem 3:1 im Hinspiel ließ sie einen 2:0-Erfolg im Stadion auf dem Wurfplatz folgen.

Ein „erwachsen“ spielender Gegner

„Hertha verfügt über herausragende Einzelspieler, die Mannschaft spielt robust und erwachsen “, beschreibt Mike Tullberg die Herangehensweise des Gegners, dessen Außenverteidiger Julian Eitschberger zuletzt bei den Profis aushalf. Stürmer Luca Wollschläger stand im ersten Relegationsspiel gegen den Hamburger SV sogar noch in der Start-Formation. Tony Rölke und Anton Kade gehören zum Kader der A-Junioren-Nationalmannschaft. Der erfolgreiche Trainer Michael Hartmann, mit dem die Berliner 2018 im Endspiel um die Deutsche Meisterschaft gegen Schalke 04 einen 3:1-Sieg feierten, verabschiedet sich mit dem Finale und wechselt zur neuen Saison zum FC Bayern München. Er erwartet gegen den BVB ein „Duell auf Augenhöhe“. 

Mike Tullberg wird seine Mannschaft taktisch zwar detailliert auf die Berliner vorbereiten, aber er stellt vor allem die eigenen Stärken heraus: „Wir können mit großem Selbstvertrauen auf den Platz gehen.“ Denn die Schwarzgelben wissen, dass sie in der Lage sind, jeden Gegner in die Knie zu zwingen – wenn sie sich als geschlossene und entschlossene Einheit präsentieren. Potsdam soll sich nicht wiederholen.

Acht von neun Endspielen gewonnen

Der BVB hat in der Vergangenheit neun Endspiele bestritten. Er holte von 1994 bis 1998 fünf Deutsche Meisterschaften in Folge, verlor nur 2009 das Finale (1:2) gegen den FSV Mainz 05 (mit Trainer Thomas Tuchel) und gewann die Trophäe 2016 (5:3 gegen die TSG Hoffenheim in Sinsheim), 2017 (8:7 im Elfmeterschießen vor 33.000 Zuschauern in Dortmund) und 2019 (5:3 in Großaspach gegen den VfB Stuttgart nach 1:3-Pausenrückstand). 

In diesem Spiel, das die Schwaben bis zur Halbzeit eindeutig dominierten, hatten sie genau das gezeigt, was Mike Tullberg Sonntag von seiner Mannschaft erwartet: „Wenn es schwierige Phasen gibt, dann müssen wir zusammenstehen.“ 

Wilfried Wittke



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