Sports

Skispringen | Vierschanzentournee: Geiger verpasst Podest – Kobayashi siegt



Karl Geiger wird beim Auftakt der Vierschanzentournee Fünfter, der Japaner Ryoyu Kobayashi siegt mit einem Traumflug.

Karl Geiger fluchte kurz, ließ die Schultern hängen, doch dann klatschte Deutschlands bester Skispringer kämpferisch mit seinen Teamkollegen ab: In einem packenden Auftaktwettbewerb der 70. Vierschanzentournee ist Geiger bei strömendem Regen in seiner Oberstdorfer Heimat zwar am Podest vorbeigeflogen, hat sich mit Platz fünf beim Sieg des Japaners Ryoyu Kobayashi aber eine gute Ausgangsposition erkämpft.

Der Traum vom ersten deutschen Gesamtsieg beim Skisprung-Spektakel seit Sven Hannawald vor 20 Jahren lebt damit weiter.

“Im ersten Moment war ich ein bisschen enttäuscht. Es ist aber insgesamt in Ordnung”, sagte Geiger nach einem harten Kampf vor wegen der Corona-Pandemie erneut leeren Ränge in der 27.000-Zuschauer-Arena: “Die Spannung war größer als gedacht. Die Sprünge waren gut, aber nicht so gut, wie ich es kann.”

Nach dem ersten Durchgang hatte der Vorjahressieger vom Schattenberg noch auf Platz drei gelegen. “Das war das erste von vier Springen, da ist noch alles drin”, sagte Bundestrainer Stefan Horngacher.

Ausgangsposition für Geiger “immer noch gut”

Kobayashi, Tourneesieger von 2018/19, stürmte mit einem Traumflug auf 141,0 m im zweiten Durchgang von Rang fünf zu seinem 23. Weltcupsieg, er setzte sich mit 302,0 Punkten vor den Norwegern Halvor Egner Granerud (299,2) und Robert Johansson (298,6) durch.

Geiger sprang 131,5 und 131,0 m (295,9 Punkte). Bei umgerechnet knapp dreieinhalb Metern Rückstand auf Kobayashi liegt er vor dem Neujahrsspringen in Garmisch-Partenkirchen in Schlagdistanz. “Die Ausgangsposition ist immer noch gut”, sagte Geiger.

Allerdings zeichnet sich bereits nach der ersten Tourneestation ab, dass Geiger der deutsche Alleinunterhalter im Kampf um eine absolute Spitzenplatzierung werden wird. Neben der Nummer eins schafften in Oberstdorf nur drei weitere DSV-Adler den Sprung in den zweiten Durchgang – sieben deutsche Springer waren am Dienstag zur Qualifikation angetreten.

Eisenbichler überzeugt – Drama um Freund

Der sechsmalige Weltmeister Markus Eisenbichler sprang im Wettkampf mit einem starken zweiten Durchgang noch auf Platz sieben, liegt aber bereits mehr als 20 Punkte hinter Kobayashi zurück. “Der zweite Sprung stimmt mich positiv, es geht in die richtige Richtung”, sagte Eisenbichler. Stephan Leyhe wurde Neunter, Pius Paschke kam auf Platz 26.

Ein ganz bitteres Comeback im Weltcup erlebte Team-Weltmeister Severin Freund. Der Routinier, der sich über den Continental Cup sein Tournee-Ticket erkämpft hatte, zeigte im ersten Durchgang zwar starke 124,5 m und lag auf Platz neun, wurde aber wegen eines irregulären Anzugs disqualifiziert. “Es ist sehr schade, denn der Sprung war wirklich etwas wert”, sagte der 33-Jährige, der 2015 am Schattenberg triumphiert hatte.

Auch für einen anderen prominenten Springer platzten alle Hoffnungen auf eine vordere Tournee-Platzierung: Titelverteidiger Kamil Stoch aus Polen schied im ersten Durchgang deutlich aus, der 34-Jährige hat damit bereits keine Chance mehr auf seinen vierten Goldadler hat. Für eine Überraschung sorgte Fatih Arda Ipcioglu, der als erster türkischer Skispringer Weltcuppunkte sammelte und 29. wurde.

Wellinger schon in der Qualifikation raus

Neben Freund verpasste auch Constantin Schmid, der sein K.o.-Duell gegen den Japaner Yukiya Sato um 0,2 Punkte verlor, den zweiten Durchgang. Olympiasieger Andreas Wellinger war bereits in der Qualifikation ausgeschieden.

Im Vorjahr hatte Geiger in seiner Heimatgemeinde ein kleines Skisprung-Märchen erlebt. Kurz vor der Tournee hatte er sich damals mit Corona infiziert, noch einen Tag vor der Qualifikation war sein Start in Oberstdorf fraglich – und dann gewann er praktisch aus der Quarantäne heraus am Schattenberg.

Dass es letztlich in der Tourneewertung Platz zwei und nicht der Gesamtsieg wurde, ist fast schon schlechte deutsche Tradition. Seit 1992 siegten DSV-Adler zehnmal in Oberstdorf – nur Hannawald holte den Gesamtsieg.





Source link

Leave a Reply

Your email address will not be published.