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Militärexperte: Russen könnten Ende des Jahres fast keine Munition mehr haben


Im Ukraine-Krieg deutet sich ein Wendepunkt an. Kiews Armee macht in wenigen Tage Gebietsverluste wett, die die russischen Angreifer innerhalb von fünf Monaten erbitterter Kämpfe erzielt hatten. Die russische Front steht kurz vor dem Kollaps – und den Soldaten könnte noch Schlimmeres drohen. Infolge des Krieges sollen nach Angaben der US-Regierung ein Großteil der russischen Militärbestände aufgebraucht sein.

Militärexperte: Russen verbrauchen etwa 60.000 Geschosse pro Tag

So hat auch ein Militärexperte berechnet, dass auf russischer Seite schon Ende dieses Jahres die Munition knapp werden könnte. Pavel Luzin hat auf der russischen Investigativplattform „
The Insider
“ beschrieben, dass die Russen schon bald an ihre verfügbaren Reserven stoßen könnten. „Lenkraketen sind bereits sehr knapp, Granaten für Artillerie und gepanzerte Fahrzeuge werden bis Ende des Jahres aufgebraucht sein, und der Zustand der Luftwaffe erlaubt keine umfassenden Angriffe“, schreibt Luzin.

Seit Beginn des Ukraine-Kriegs habe Russland zwischen 40.000 und 60.000 Artilleriegeschosse pro Tag verbraucht – mehr als in allen anderen russischen Kriegen seit dem Zusammenfall der Sowjetunion, führt er weiter aus. In einem halben Jahr Krieg ergebe das etwa sieben Millionen verbrauchte Geschosse, so Luzin.

Sollte Kriegs-Intensität so bleiben, sei Mangellage wahrscheinlich

Die riesigen Bestände an sowejetischer Waffen, die Russland damals erhalten habe, seien bereits durch die Kriege in Tschetschenien, Georgien, sowie den Ukraine-Angriff 2014 deutlich geschrumpft. Zudem würden jährlich nur 1,7 Millionen Geschosse neu produziert werden. Das bedeute, dass Russland bereits mindestens die Produktion der letzten vier Jahre aufgebraucht habe.

Hinzukomme, dass die aktuelle Produktion auf Grund der Sanktionen eingeschränkt sei. Eine Mangellage in den nächsten Monaten sei deswegen wahrscheinlich, so der Experte, sollte die Intensität des Krieges auf dem jetzigen Stand bleiben. Mehrere Truppen wurden bereits aus der Region Charkiw abgezogen, nachdem die Ukrainer 3000 Quadratkilometer Gelände zurückeroberten.

Russland soll offenbar große Mengen an Munition in Nordkorea bestellt haben

Für eine solche Mangellage spricht auch amerikanische Berichte, dass Russland sich im großen Stil Munition und Raketen aus Nordkorea beschaffen will. Es könnte sich dabei „um Millionen von Munition, Raketen und Granaten handeln“, sagte am Dienstag (Ortszeit) der Sprecher des Nationalen Sicherheitsrats im Weißen Haus, John Kirby.

Sollte die Mangellage doch nicht so schnell eintreten wie angenommen, habe das russische Militär noch ein anderes Problem laut Insider Luzin. Die Rohre von Artilleriegeschützen und Panzerkanonen würden viel schneller verschleißen als etwa Mehrfachraketenwerfer. So variiere die Lebensdauer von Rohren in Panzerkanonen nur zwischen 210 und 840 Schuss, die von Haubitzen zwischen 2000 und 3000 Schuss. Diese Verschleiß-Probleme habe das russische Verteidigungsministerium bereits vor zwei Jahren vorsichtig zugegeben, so der Experte. Er gehe demnach davon aus, dass die kurze Lebensdauer der Geschütze in den kommenden Monaten „zu einer drastischen Verringerung der Effektivität führen“ wird.





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